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Wendsche Kärmetze

Runder Tisch Seniorenarbeit

AGIl stellt sich vor

Wenden/Gemeindegebiet:

Zu einem 1. runden Tisch „Seniorenarbeit“ hatte Bürgermeister Peter Brüser am 25. Oktober Vertreter aus Politik, Vereinen und Verbänden in den Ratssaal eingeladen. In der Gemeinde Wenden gibt es bereits viele Angebote für ältere Menschen. Ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement haben in der Seniorenarbeit einen hohen Stellenwert.

Mit 37 Personen konnte eine erfreulich große Teilnehmerzahl verzeichnet werden. Bürgermeister Peter Brüser begrüßte die Gäste und stellte zunächst die Akteure der Veranstaltung vor. Anschließend machte er einige grundsätzliche Anmerkungen zum demografischen Wandel. Schulpolitik, Leerstandsproblematik, Fachkräftemangel und natürlich die Seniorenpolitik sind auch in unserer Gemeinde die Themen der Zukunft.

Wie werden wir in Zukunft in unseren Städten und Dörfern leben? Wie kann ich, wenn Kinder und Enkelkinder nicht vor Ort sind, möglichst lange in meiner gewohnten Umgebungen bleiben? Mit diesen Fragen, so unser Bürgermeister müssen wir uns intensiv auseinandersetzen.

 

Die auf uns zukommende Entwicklung belegte er mit einigen Zahlen.  

  • Durchschnittsalter heute40,3 Jahre
  • Durchschnittsalter 202545,1 Jahre
  • Anteil der 65 – 79jährigenheute13,4 %
  • Im Jahre 202516,0 %
  • Anteil der 80jährigen heute3,3 %
  • Im Jahre 2025 6,8 %

 

Entwicklung des Pflegebedarfs in Wenden

  • heute 483 Fälle
  • im Jahre 2032 759 Fälle

 

Wenden ist von der Bevölkerungsstruktur her noch eine recht junge Gemeinde. Die Auswirkungen des demografischen Wandels treffen uns deshalb nicht so extrem wie andere Regionen. Bad Sassendorf beispielsweise hat bereits heute einen Altersdurchschnitt von 47,0 Jahren.

Die Zahlen machen deutlich, was wir zu erwarten haben. Wie gehen die Generationen zukünftig miteinander um? Zum Glück ist es so, dass die Senioren nicht nur älter werden, sondern auch länger agil bleiben. Dies bietet zusätzliches Potential für bürgerliches Engagement. Es muss ein Netzwerk von Ehrenamtlichen geschaffen werden.

Diese Aktivitäten möchten die Städte und Gemeinden im Kreis Olpe unterstützen. Hierfür wurde das Projekt „AGIL“ ins Leben gerufen.

Vorstellung „AGIL“

Adelheid Lüttecke von der Koordinierungsstelle des Kreises Olpe und Sandra Kaufmann von der örtlichen Ansprechstelle in Wenden stellten - unterstützt durch eine Power-Point-Präsentation -  AGIL, die Aktion für Generationen, Integration und Lebensqualität, vor.

Auf der Internetseite der Gemeinde Wenden unter www.wenden.de kann man alles rund ums Ehrenamt erfahren. Hier gibt es Formulare für alle, die an einer ehrenamtlichen Tätigkeit im Wendschen interessiert sind, sowie den „AGIL“-Flyer und vieles mehr. Gerne steht Frau Kaufmann (S.Kaufmann@Wenden.de)  für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Das „AGIL“-Ehrenamtsbüro vermittelt zusammen mit anderen Organisationen, die auf Unterstützung engagierter Menschen angewiesen sind, die möglichen Einsatzfelder und vesteht sich als neutrale Vermittlungsstelle zwischen Bürgerinnen und Organisationen.

Gesucht werden Kooperationspartner, Vereine und Institutionen, die ihre Einrichtung und Angebote vorstellen. Einen entsprechenden Fragebogen findet man ebenfalls auf der Homepage der Gemeinde Wenden unter „Senioren“, „Ansprechstelle“.

„Erfolgsfaktoren für eine zukünftige Arbeit 50+“ (Netzwerkarbeit)

Christine Sendes von der ZWAR (zwischen Arbeit und Ruhestand) Dortmund hielt einen umfassenden Vortrag mit entsprechenden Aussagen über die zukünftige Seniorenarbeit in den Gemeinden. Gerade in der Generation 50+ sieht sie große Potentiale für ehrenamtliches Engagement. Nach ihren Ausführungen ist es sehr wichtig, “ein Umfeld zu schaffen, in der sich alle Beteiligten wohl fühlen. Eine gute Vernetzung aller Mitwirkenden sei Grundvoraussetzung für ein funktionierendes System“. Genau hier liegt der Ansatz für „AGIL“, eine Aktion für Generationen, die sich keineswegs als Konkurrenz zu den bestehenden Angeboten sieht.

Meinungsaustausch, Fazit, Ausblick

Nach den einzelnen Vorträgen schloss sich eine rege Diskussion an. Die Aussage von Frau Sendes, wonach die über 50jährigen ein großes Potential darstellen, wurde teilweise in Abrede gestellt. Bei den Teilnehmern wurde vielmehr die Auffassung vertreten, dass gerade dieser Personenkreis durch Ehrenämter, Berufstätigkeit und sonstige Aufgaben bereits besonders belastet ist.

Angesprochen wurde in diesem Zusammenhang auch der fehlende Nachwuchs für das Ehrenamt. „Die Gesellschaft wird immer unsozialer“, oder „wir müssen der jüngeren Generation klar machen, wie wichtig soziale Arbeit ist“, so der Tenor.

Der 1. Runde Tisch ist ein guter Anfang, dies war die Aussage vieler Teilnehmer. Wir alle müssen das Bewusstsein für die Notwendigkeit sozialer Arbeit schärfen und um die notwendige Solidarität der Generationen untereinander werben. Ehrenamtliche Tätigkeit bedeutet auch gesellschaftliche Teilhabe, Erweiterung des eigenen Horizontes sowie sinnvolle Gestaltung von Übergängen in neue Lebensphasen. „Bürgerschaftliches Engagement kann glücklich machen“! Dieser Aussage einer Teilnehmerin war eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Nach einer abschließenden Fragerunde konnte folgendes Resümee gezogen werden:

In der Gemeinde Wenden sind noch gewachsene Familienstrukturen vorhanden. Caritas und KfD-Frauen, aber auch andere Institutionen leisten in den Dörfern hervorragende ehrenamtliche Arbeit. Allerdings werden mehr und mehr ehrenamtliche Helfer(innen) gesucht.

Die Probleme der Seniorenbetreuung werden in den nächsten Jahren größer. „AGIL“ kann einen weiteren Impuls für die lokale Engagementförderung geben. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, Konzepte und Vorgehensweisen einer strategischen Engagementförderung zu entwickeln.

Zu einem 2. runden Tisch wird daher eingeladen, sobald sich dies als sinnvoll und notwendig erweist.