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Wendsche Kärmetze

Protokoll zum Runden Tisch „Seniorenarbeit in der Gemeinde Wenden“

(Ratssaal Wenden, 25. Oktober 2012, 17.00 Uhr)

Begrüßung und Einführung ins Thema

Bürgermeister Peter Brüser eröffnet den 1. Runden Tisch „Seniorenarbeit in der Gemeinde Wenden“. Er stellt Frau Christine Sendes und Frau Schünemann-Flake von der ZWAR-Stelle in Dortmund vor. Außerdem heißt er Frau Adelheid Lüttecke von der Koordinierungsstelle des Kreises Olpe und Frau Sandra Kaufmann von der Ansprechstelle in Wenden herzlich Willkommen.

Sein besonderer Gruß gilt den Gästen des 1. Runden Tisches in Wenden. Mit 37 Personen konnte eine erfreuliche Teilnehmerzahl verzeichnet werden.

Im Anschluss macht Bürgermeister Peter Brüser einige Anmerkungen zum demografischen Wandel und deren Auswirkungen für die Gemeinde Wenden. Schulpolitik, Leerstandsproblematik, Fachkräftemangel und natürlich die Seniorenpolitik sind die Themen der Zukunft.

Wie werden wir in Zukunft in unseren Städten und Dörfern leben?

Wie kann ich, wenn Kinder und Enkelkinder nicht vor Ort sind, möglichst lange in meiner gewohnten Umgebung bleiben?

Mit diesen Fragen werden wir uns in Zukunft intensiv auseinander setzen müssen.

Bürgermeister Peter Brüser belegt die auf uns zukommende Entwicklung mit einigen Zahlen.

  • Durchschnittsalter heute 40,3 Jahre
  • Durchschnittsalter 2025 45,1 Jahre
  • Anteil der 65 – 79jährigen heute 13,4 %
  • Im Jahre 2025 16,0%
  • Anteil der 80jährigen heute 3,3 %
  • Im Jahre 2025 6,8 %

 

Entwicklung des Pflegebedarfs in Wenden

  • heute483 Fälle
  • im Jahre 2032759 Fälle

Wenden ist von der Bevölkerungsstruktur her noch eine recht junge Gemeinde. Die Auswirkungen des demografischen Wandels treffen uns deshalb nicht so extrem wie andere Regionen. Bad Sassendorf beispielsweise hat heute bereits einen Altersdurchschnitt von 47,0 Jahren.

Die Zahlen machen deutlich, was wir zu erwarten haben. Wie gehen die Generationen zukünftig miteinander um? Zum Glück ist es so, dass die Senioren nicht nur älter werden, sondern auch länger agil bleiben. Dieses bietet zusätzliches Potential für ein bürgerliches Engagement. Es muss ein Netzwerk von Ehrenamtlichen geschaffen werden.

Diese Aktivitäten möchten die Städte und Gemeinden im Kreis Olpe unterstützen. Hierfür wurde das Projekt „AGIL“ ins Leben gerufen.

Vorstellung „AGIL“

Adelheid Lüttecke von der Koordinierungsstelle des Kreises Olpe und Sandra Kaufmann von der örtlichen Ansprechstelle in Wenden stellen - unterstützt durch eine Power-Point-Präsentation -  „AGIL“, die Aktion für Generationen, Integration und Lebensqualität, vor.

Näheres hierzu kann dem beigefügten Flyer entnommen werden.

Vorstellung der Anwesenden

Es folgt eine kurze Vorstellungsrunde der Gäste, die auch Ausführungen zum Angebot ihrer Institution, Erwartungen an den „Runden Tisch“, Ideen, Anregungen und Wünsche beinhalten.

Erfolgsfaktoren für eine zukünftige Arbeit 50+“ (Netzwerkarbeit)

Christine Sendes von der ZWAR Dortmund hält einen umfassenden Vortrag mit entsprechenden Aussagen für die zukünftige Seniorenarbeit in den Gemeinden. Gerade in der Generation 50+ sieht sie große Potentiale für ein ehrenamtliches Engagement. Wichtig ist jedoch, dass auch ein Umfeld geschaffen wird, in der sich alle Beteiligten „wohl“ fühlen. Eine gute Vernetzung aller Mitwirkenden ist Grundvoraussetzung für ein funktionierendes System.

Meinungsaustausch, Fazit, Ausblick

Es schließt sich eine rege Diskussion an. Die Aussage von Frau Sendes, wonach die über 50jährigen ein großes Potential darstellen, wird teilweise in Abrede gestellt. Vielmehr sei gerade dieser Personenkreis durch Ehrenämter, Berufstätigkeit und sonstige Aufgaben besonders belastet, so die Meinung von einigen Anwesenden.

Angesprochen wird in diesem Zusammenhang auch der fehlende Nachwuchs für das Ehrenamt. „Die Gesellschaft wird immer unsozialer“, oder „wir müssen der jüngeren Generation klar machen, wie wichtig soziale Arbeit ist“, sind entsprechende Wortmeldungen.

Der 1. Runde Tisch ist ein richtiger Anfang, dies ist Tenor der Veranstaltung. Man muss das Bewusstsein für soziale Arbeit schärfen und um die notwendige Solidarität der Generationen untereinander werben. „Bürgerschaftliches Engagement kann glücklich machen“! Dieser Aussage einer Teilnehmerin war eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Abschließend wird den Gästen Gelegenheit gegeben, zu vier Fragen Antworten aufzuschreiben:

Fragen und Antworten:

Welche Unterstützung brauche ich? Wen brauche ich?

  • Infos über Netzwerke, zentrale Anlaufstelle, Austausch
  • mehr ehrenamtliche Helfer für die Caritas
  • Nachbarn, Vereine, Menschen, die offen sind

 

Was läuft gut?

  • Vereins- und Verbandsarbeit
  • Aktivitäten in unseren vielen und vielfältigen Vereinen
  • Caritas vor Ort
  • Zusammenhalt in der Caritas
  • Veranstaltungen der Caritas
  • Spendenaktionen

 

Wo gibt es Probleme?

  • Informationslücken
  • Kirchturmsdenken
  • Nachwuchssorgen
  • Bewusstseinsveränderung in der Allgemeinheit
  • Rekrutierung von Nachwuchs zur Übernahme ehrenamtlicher Aufgaben
  • Nachwuchs Caritas

 

Was ist zu tun?

  • Menschen motivieren und informieren (Bereitschaft wecken)
  • Betroffenheit wecken
  • Gute Beispiele veröffentlichen
  • Senioren sollten auf Jüngere zugehen (Weitergabe sozialer Kompetenz)
  • Ärzte anschreiben wegen barrierefreiem Zugang
  • Sammlung der Angebote – zentral für jeden abrufbar
  • Bewusstsein bei Jüngeren für die Notwendigkeit wecken, sich sozial zu engagieren.

 

Gegen 19.15 Uhr beendet Bürgermeister Peter Brüser den 1. Runden Tisch zur Seniorenbetreuung in der Gemeinde Wenden.

AGIL wird seine Arbeit fortsetzen und die angesprochenen Punkte aufgreifen und öffentlich für soziale Aktivitäten werden. Zu einem 2. Runden Tisch ist von AGIL bedarfsgerecht einzuladen.

Autor: Rupert Wurm