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03.01.2019

Ratten in der Gemeinde Wenden - vorbeugende Maßnahmen

Umweltschutzinfo

(Quelle: Stadt Siegen, Abteilung Umwelt)

Immer wieder gehen beim Ordnungsamt, der Tiefbauabteilung und dem Baubetriebshof der Gemeinde Wenden Anrufe besorgter Bürgerinnen und Bürger ein, die über eine „Rattenplage“ auf ihrem Grundstück oder angrenzenden Flächen berichten und eine Bekämpfung der Schädlinge fordern. Ziel der Rattenbekämpfung ist es, die Rattenpopulation zu begrenzen. Eine Ausrottung ist kaum möglich und auch nicht erforderlich. Bei einem Zusammenwirken der Bekämpfungsmaßnahmen mit einem umsichtigen Verhalten der Bürgerinnen und Bürger stellen Ratten keine Gefahr dar. Diese Mitteilung informiert darüber, welche Faktoren zu einer starken Vermehrung von Ratten führen,
wer Bekämpfungsmaßnahmen vornehmen darf und wie jeder dazu beitragen kann, eine zu starke Rattenvermehrung zu verhindern.

Stellen Ratten eine Gefahr für die Bevölkerung dar?
Ratten sind äußerst anpassungsfähige Kulturfolger des Menschen, die sich schon seit Tausenden von Jahren in menschlichen Siedlungen aufhalten. Mit verbesserten hygienischen Bedingungen zogen sie sich in die Kanalisation zurück und nutzen seitdem das Kanalsystem, um an das oberirdisch oft reichlich vorhandene Nahrungsangebot zu gelangen. In der Regel werden Ratten nicht bemerkt, da sie nur nachts oder in der Dämmerung auf Nahrungssuche gehen. Nimmt ihre Anzahl stark zu, sind sie auch tagsüber aktiv und werden erst dann von Anwohnern bemerkt. Ratten sind Vorrats- und Materialschädlinge sowie Überträger von Krankheiten, die dem Menschen und Tieren gefährlich werden können. Auf ihrer Nahrungssuche in Abwässerkanälen, Mülltonnen, auf Komposthaufen oder in Stallungen kommen sie ständig mit vielen Krankheitserregern in Kontakt. Durch ihre Ausscheidun-gen oder durch Lebensmittel, die zuvor von ihnen verunreinigt wurden, können Ratten auch für den Menschen gefährliche Krankheiten übertragen.

Wer führt eine Bekämpfung durch?
Eine Ratte, die am Abend über den Hof huscht, ist noch kein Rattenbefall. Erst ein vermehrtes Auftreten von Ratten sollte dem Bauhof oder Ordnungsamt gemeldet werden. Wird ein Rattenbefall festgestellt, sind die jeweiligen Grundstückseigentümer verpflichtet Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten. Nach dem Infektionsschutzgesetz kann die zuständige Behörde (Ordnungsamt) Bekämpfungsmaßnahmen anordnen, um Gesundheitsgefahren abzuwenden. Mit der Rattenbekämpfung dürfen nur besonders ausgebildete Personen (Sachkundenachweis gemäß TRGS 523 sowie § 4 des Tierschutzgesetzes) betraut werden. Die Adressen der in Wenden und Umgebung ansässigen Schädlingsbekämpfer können den Gelben Seiten entnommen werden.
In der Kanalisation wird die Bekämpfung durch den Abwasserbetrieb der Gemeinde Wenden zweimal jährlich punktuell und jeweils bei Sichtung von Ratten ausgeführt. Soweit Ratten in der Kanalisation oder an Gewässern gehäuft auftreten, wenden Sie sich an den Abwasserbetrieb der Gemeinde Wenden (Tel.: 406-604).

Welche vorbeugenden Maßnahmen kommen in Frage?
Jeder kann mithelfen, das Rattenvorkommen in seiner Umgebung wirksam zu reduzieren. Durch folgende Maßnahmen können das Nahrungsangebot und die Unterschlupfmöglichkeiten für Ratten dauerhaft verringert werden:

Gebäudesicherung:
Ratten kommen im Winter gerne in warme Räume. Um dies zu verhindern, sollten Kellertüren ohne Spalt schließen und Fenster bzw. Lüftungsschächte mit einem engmaschigen Gitter (Maschenweite nicht größer als 1,8 cm) versehen sein. Achten Sie auf plötzlich auftretende Feuchtigkeit im Keller oder im Garten; hier könnte ein Abwasserrohrundicht sein. Ratten oder Mäuse können sich selbst durch kleine Löcher von wenigen Zentimetern Durchmesser zwängen und so in Gebäude eindringen.
Jalousien, Türen und Tore sollten durch dicht an die umgebende Wand anschließende Bürsten mit Borsten aus unverbiegbarem elastischem Material gesichert werden. Abfallrohre und Rohrleitungen sollten von außen (Manschetten) und innen (Rückstauklappen im Abwassersystem) gesichert werden.Toiletten können durch den Einbau von Toilettensicherungsklappen (bei Neubauten: Rückschlagklappen) gegen das Eindringen von Ratten durch das Entwässerungssystem gesichert werden.
Durchtrittsstellen von Installationsrohren und Kabelkanälen in Gebäuden sollten vollständig abgedichtet werden. Um keine Unterschlupfmöglichkeiten für Ratten zu bieten, sollten Keller, Schuppen und Höfe aufgeräumt sein und das Lagern von Müll in Kellerräumen vermieden werden.

Toilette / Abwassersystem:
Speisereste und sonstige Küchenabfälle dürfen nicht über die Toilette entsorgt werden. Außer einer Verstopfungsgefahr bieten sie den in der Kanalisation lebenden Ratten eine gute Nahrungsbasis. Die Tiere klettern aus der Kanalisation in die Abwasserrohre der Häuser und gelangen so unter Umständen in die Wohnungen.

Sperrmüll:
Leere Lebensmittelkartons, Verpackungsmaterial oder Sperrmüll sollten nicht längere Zeit auf dem Grundstück oder am Straßenrand abgestellt werden. Schon nach wenigen Tagen können Ratten Kartons, alte Kühlschränke, Matratzen oder Schrankschubladen als Behausung nutzen.

Müllcontainer / Mülltonnen:
Soweit Müllcontainer einen Flüssigkeitsablass besitzen, sollte dieser mit einer Schraube verschlossen werden, um Ratten den Zutritt über diesen Weg zu verwehren. Die Deckel der Container sollten geschlossen gehalten werden. Der ordnungsgemäße Zustand der Container sollte regelmäßig überprüft werden (z.B. Gummidichtungen).

Biotonnen und Komposter:
Häufig siedeln sich Ratten an Biotonnen und Kompostern an. Sie nagen sich von unten durch den Kunststoffboden und graben sich dann nach oben, um so an die frisch weggeworfenen Speisereste zu gelangen. Sinnvoll sind rattensichere Kompostbehälter oder eine Absicherung mit feinmaschigem Draht. Biotonnen und Komposter sollten deshalb regelmäßig auf Anzeichen für einen Rattenbefall überprüft werden.

Komposthaufen:
Gekochte Essensreste und tierische Abfälle (Knochen, Fleisch, Eier...) ziehen durch ihren Geruch Nagetiere magisch an. Sie gehören nicht auf den Kompost! Auch das Verpacken in Zeitungspapier u. ä. ist keine Abhilfe.

Lagerung der gelben Säcke:
Lebensmittel- oder Tiernahrungsreste in beseitigten Verpackungen im Gelben Sack locken Ratten an. Dies ist besonders dann gegeben, wenn die gelben Säcke in größerer Anzahl konzentriert z.B. bei Wohnanlagen oder in Tiefgaragen liegen. Die Zwischenlagerung der gelben Säcke sollte deshalb an für Ratten schlecht erreichbaren Plätzen erfolgen (z. B. verschlossene Räume). Gelbe Säcke sollten nicht über Nacht sondern erst am Morgen des Abholtages auf die Straße gestellt werden.

Fütterungsstellen an Gewässern und auf Plätzen:
Die Fütterung von Enten, Schwänen oder Tauben durch Privatpersonen sollte unterbleiben. Es bleiben meist größere Mengen ungenutzten Futters zurück, die für Ratten eine gute Nahrungsquelle darstellen.

Private Tierhaltung:
Futtermittel sollten immer unerreichbar für Ratten in dicht schließenden Behältnissen (z. B: Tonnen) aufbewahrt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass diese sich z. B. unter Hundezwingern, in Entenställen, Hühnergehegen oder im Bereich von Pferdestallungen einnisten. Es sollte keine Bodenfütterung von Haus- oder Nutztieren erfolgen. Geeignet sind stattdessen Futternäpfe oder -schalen. Nach Sättigung der Haustiere sollten diese wieder entfernt werden.

Bodendecker:
Niedrig wachsende Bodendecker sind zur Grundstücksbegrünung sehr beliebt. Sie werden aber auch von Ratten gerne als Schutz angenommen. Wenn auch noch Speisereste in ihnen entsorgt werden, finden Ratten oft genug Nahrung bei gleichzeitig guter Deckung unter den Bodendeckern. In Risikobereichen (z. B. neben Müllbehältern oder Futterstellen für Haustiere) sollte deshalb auf Bodendecker verzichtet werden.

Wilde Mülldeponien:

Wilde Mülldeponien sind ein Anziehungspunkt für Ratten, da sie hier genügend Deckung und zum Teilauch Nahrung finden. 

Gewässer:

Um einer Ansiedlung von Ratten vorzubeugen, empfiehlt es sich, auf oder am Grundstück verlaufende Gräben sauber zu halten. Ratten bewegen sich vor allem auf „Rattenstraßen“, die meist vom angrenzenden Gewässer in das Grundstück führen. Gefährdete Grundstücke sollten deshalb regelmäßig auf „Rattenstraßen“ überprüft werden.

Kontakt und Informationen:

Gemeinde Wenden

Ordnungsamt, Herr Grimstein, Tel.: 02762/406-317

Tiefbauamt: Herr Großhaus, Tel. 02762/406-604

Bauhof: Herr Niklas, 02762/988848

 

 

Kontakt

Gemeinde Wenden
Hauptstraße 75
57482 Wenden
Telefon:(0 27 62) 40 60
Telefax:(0 27 62) 16 67
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