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Neuaufstellung Flächennutzungsplan

Der derzeit gültige Flächennutzungsplan (FNP) der Gemeinde Wenden stammt aus dem Jahr 1974. Da er in vielen Bereichen überholt ist und die städtebauliche Entwicklung der Gemeinde nicht mehr abbildet, ist eine Neuaufstellung unumgänglich. Dabei beinhaltet die Überarbeitung eine Vielzahl von Änderungen, die deutlich machen, dass neue Überlegungen über Ziele der Gemeindeentwicklung erforderlich sind, um die städtebauliche Entwicklung für die nächsten ca. 15 Jahre gemeindeweit zu steuern.

Die Veränderung der sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seit 1974 hat einen maßgeblichen Einfluss auf die im Flächennutzungsplan darzustellende Art der Bodennutzung und die räumliche Verteilung der Nutzungen. Von diesen Entwicklungen sind insbesondere der Wohnungsmarkt und die soziale (bevölkerungsbezogene) Infrastruktur, aber auch Flächenbedarfe im Bereich der gewerblichen Nutzungen und des Einzelhandels betroffen. Hinzu kommen geänderte Ansprüche von Fachplanungen wie etwa der Verkehrs- oder Entwässerungsplanung oder des Umwelt-, Naturschutzes und der Landschaftspflege.

Durch die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes soll die Chance genutzt werden, insbesondere die Wohnbauland- und Gewerbeflächenentwicklung zu überprüfen und an aktuelle und sich abzeichnende zukünftige Entwicklungen anzupassen.

 

Verfahrensablauf

Das förmliche Verfahren zur Aufstellung eines FNP richtet sich nach den §§ 2 bis 6 Baugesetzbuch (BauGB) sowie ergänzenden Regelungen des Landesplanungsgesetzes NRW (LPlG NRW).

Im FNP-Neuaufstellungsverfahren sollen die Ziele und Schwerpunkte der künftigen Gemeindeentwicklung in einem kooperativen Prozess mit informellen Abstimmungs- und Beteiligungsschritten und einem Austausch zwischen Politik, Verwaltung, Öffentlichkeit, Initiativen und Trägern öffentlicher Belange erarbeitet werden. Es wurde ein Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern der politischen Fraktionen, Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung und Fachplanern eingerichtet, um Entscheidungsfindungen vorzubereiten und in regelmäßigen Arbeitskreissitzungen die Prozesse im Rahmen der Neuaufstellung zu lenken.

Bestandsaufnahme

Grundlage für die FNP-Neuaufstellung war zunächst eine Bestandsaufnahme als Sachstandsermittlung vor Ort (Nutzungskartierung) sowie die Aufnahme der planungsrechtlichen Situation, wie z.B. der Abgleich mit durchgeführten FNP-Änderungen, mit bestehenden Bebauungsplänen und vorhandenen Satzungen sowie den Festlegungen des Regionalplans und den Zielen des Landschaftsplans.

 

Umwandlungsflächen

Auf der Grundlage der Nutzungskartierung wurde eine Neubewertung und ggf. neue Abgrenzung der einzelnen Gebietskategorien vorgeschlagen und Umwandlungsflächen definiert; dies betrifft die bisher als gemischte Bauflächen (M) dargestellten Flächen, die sich nach Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe überwiegend zu Wohnbauflächen entwickelt haben. Vorgeschlagen wird die Beibehaltung der Darstellung von gemischten Bauflächen (M) bei tatsächlich vorgefundener Mischnutzung, im räumlichen Zusammenhang mit bestehenden Gewerbegebieten oder unmittelbar an den Hauptverkehrsachsen. Dies beinhaltet die städtebauliche Konzeption, dass zukünftig Mischnutzung gebündelt werden und der Wohnnutzung ein höherer Stellenwert eingeräumt wird.

Wohnbauflächen- und Gewerbeflächenbedarf

Für die Neuausweisung von Wohnbauflächen in der Gemeinde Wenden wurde durch die Bezirksregierung Arnsberg, auf Grundlage der Bevölkerungsprognose (Zensus 2011), für den Planungshorizont 2030 ein rechnerischer Bedarf von 26,7 ha ermittelt. Abzüglich der vorhandenen 2,4 ha Reserveflächen Wohnen (Siedlungsflächenmonitoring) ergibt sich daraus ein mit der Bezirksregierung Arnsberg abgestimmter Handlungsbedarf Wohnbauflächen von 24,3 ha.

In Bezug auf Gewerbeflächen wurde der Gemeinde ein rechnerischer Bedarf von 15,0 ha zugeteilt. Da keine Gewerbe-Reserveflächen bestehen, ergibt sich ein mit der Bezirksregierung Arnsberg abgestimmter Handlungsbedarf Gewerbeflächen von 15,0 ha.

Potenzialflächen

Die für Wohnbauflächen ermittelten Bedarfe wurden auf die einzelnen Ortsteile heruntergebrochen und linear zugewiesen. Die so ermittelten Flächenbedarfe sind dabei lediglich als Anhaltspunkte zu verstehen. Geringfügige Abweichungen sind möglich. Die ermittelten Bedarfe für Gewerbeflächen wurde an vorhandene Strukturen angeschlossen.

Vor dem Hintergrund einer anzustrebenden nachhaltigen, Klima schonenden und zukunftsorientierten Gemeindeentwicklung soll vorrangig die Siedlungsentwicklung auf die Allgemeine Siedlungsbereiche gelenkt und hierdurch der Erhalt und die Stärkung vorhandener Nutzungsmischungen und die Entwicklung von Siedlungsstrukturen der kurzen Wege unterstützt werden. Damit soll sich die zukünftige bauliche Entwicklung auf den Siedlungsschwerpunkt und die Allgemeinen Siedlungsbereiche sowie Bereiche für eine gewerbliche und industrielle Entwicklung konzentrieren, wie es sich aus den landesplanerischen Vorgaben ergibt. Zur räumlichen Verteilung der Bedarfsflächen innerhalb der Gemeinde wurde daher dem von der Bezirksregierung vorgeschlagenen Vorgehen gefolgt, bei Außenortslagen den linear ermittelten Flächenbedarf zu reduzieren und diese Flächen den Allgemeinen Siedlungsbereichen (ASB) – Gerlingen, Hünsborn, Ottfingen und insbesondere dem Siedlungsschwerpunkt Wenden/Möllmicke – zuzuordnen.

Die Orte des oberen Biggetals Brün, Rothemühle, Vahlberg, Hoffnung, Rothenborn und Heid erreichen zusammen lediglich eine Einwohnerzahl von knapp 2000 Einwohnern (Grenze für ASB/Regionalplan). Ob dieser Bereich aufgrund des räumlichen Zusammenhangs und der ausgeprägten Infrastruktur (Schule, Kindergarten, ärztliche Versorgung, Einzelhandel) auch auf Ebene des Flächennutzungsplanes als ASB qualifiziert werden kann, wird von der Bezirksregierung noch geprüft.

Die Außenortslagen sind aufgrund landesplanerischer Vorgaben auf die Eigenentwicklung beschränkt. Die Ausweisung zusätzlicher Flächen kann sich nur aus dem Bedarf infolge der natürlichen Bevölkerungsentwicklung ergeben. Daher wird unter einer errechneten Flächengröße von 0,5 ha keine Neuausweisung vorgenommen. Dieses Vorgehen ist damit zu begründen, dass errechnete Bedarfe unterhalb 0,5 ha auf Ebene des Flächennutzungsplanes als nicht darstellungsrelevant eingestuft werden, um Entwicklungen für die nächsten 15 – 20 Jahre abzubilden.

Der Vorentwurf des Flächennutzungsplans, der am 17.05.2017 vom Gemeinderat beschlossen wurde, zeigt die möglichen Potenzialflächen für die Wohnbauflächen- und Gewerbeflächenentwicklung, die hinsichtlich ihrer Entwicklungsfähigkeit auf ihre verkehrliche und abwassertechnische Erschließbarkeit sowie Belange des Natur- und Landschaftsschutzrechts geprüft wurden.

Ausblick

Als rahmensetzende Planung enthält der Flächennutzungsplan der Gemeinde Wenden die Grundzüge der gemeindlichen Entwicklung und ist Leitlinie für die räumliche Verteilung verschiedener Nutzungen im gesamten Gemeindegebiet. Als vorbereitender Bauleitplan ist dieser das wichtigste formale Planungsinstrument zur langfristigen Steuerung der Gemeindeentwicklung und gleichzeitig die Grundlage für die Aufstellung von Bebauungsplänen, die aus den Planungszielen des Flächennutzungs- und des Landschaftsplanes zu entwickeln sind.

Die Belange der Öffentlichkeit sollen über Informationsveranstaltungen sowie die öffentliche Auslegung des Vorentwurfs gemäß § 3 Abs. 1 BauGB frühzeitig Eingang in das Verfahren finden. Hierzu ist vorgesehen, in fünf Informationsveranstaltungen in den Allgemeinen Siedlungsbereichen Wenden/Möllmicke, Gerlingen, Ottfingen und Hünsborn sowie im oberen Biggetal die Bürgerinnen und Bürger über die Ziele und die Neuausweisungen zu informieren. Um das Verfahren schlank zu halten, wurden die übrigen Ortsteile den größeren Orten zugeteilt.

Demnach sind folgende Bürgerversammlungen geplant:

  • · Wenden, Möllmicke, Schönau, Altenwenden, Eichertshof:

Mittwoch, 07.06.2017, 18.00 Uhr, Aula Konrad-Adenauer-Schulzentrum

  • · Ottfingen, Dörnscheid, Römershagen, Döingen, Wilhelmstal:

Donnerstag, 08.06.2017, 18.00 Uhr, Schützenheim Ottfingen

  • · Hünsborn, Löffelberg, Altenhof, Girkhausen:

Dienstag, 13.06.2017, 18.00 Uhr, Gaststätte Zu den Dreikönigen, Hünsborn

  • · Gerlingen, Elben, Scheiderwald, Hillmicke, Wendenerhütte:

Noch nicht terminiert.

  • · Rothemühle, Rothenborn, Heid, Brün, Vahlberg, Hoffnung, Trömbach, Bebbingen, Huppen, Büchen, Schwarzbruch:

Noch nicht terminiert.

 

Die Anregungen aus der Bürgerschaft werden dort protokolliert und den politischen Gremien der Gemeinde Wenden zur Abwägung vorgelegt. Unabhängig hiervon hat jede Bürgerin und jeder Bürger die Möglichkeit, im Rathaus persönlich vorzusprechen oder schriftliche Stellungnahmen einzureichen.

Im Weiteren ist eine Beteiligung der Träger öffentlicher Belange nach § 4 Abs. 1 BauGB vorgesehen, um die fachplanerischen Belange in das Neuaufstellungsverfahren einstellen zu können.

Nach der Durchführung des frühzeitigen Beteiligungsverfahrens, Auswertung und Abwägung der Anregungen, Bedenken und Stellungnahmen wird der Entwurf des Flächennutzungsplans gefertigt. Im Rahmen der Auslegung nach § 3 Abs. 2 BauGB haben die Bürgerinnen und Bürger erneut die Gelegenheit, die vorgenommene Abwägung zu überprüfen und wiederum ihre Anregungen zu formulieren. Ebenso werden die Träger öffentlicher Belange nach § 4 Abs. 2 BauGB aufgefordert, Stellungnahmen zum Verfahren abzugeben.

Die im Vorentwurf des Flächennutzungsplanes dargestellten Flächen sind nach objektiven Kriterien dazu geeignet, die gemeindliche Entwicklung fortzuführen. Im Zeitraum der frühzeitigen Bürgerbeteiligung werden die Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt, um auch die Verfügbarkeit der Grundstücke abzuklären. Sollte sich herausstellen, dass einzelne Grundstücke nicht zur Verfügung stehen, werden alternative Flächen ins weitere Verfahren einbezogen.

Den Vorentwurf des Flächennutzungsplanes finden Sie hier.

Die Präsentationen für die einzelnen Ortsteile sind ebenfalls einsichtbar.

Wenden/Möllmicke

Hünsborn und Altenhof

Ottfingen, Römershagen, Döingen und Dörnscheid

 

Kontakt

Markus Hohmann
Hauptstraße 75
57482 Wenden
Telefon:02762/406-617
Telefax:02762/406 99-617
E-Mail:E-Mail schreiben
Jürgen Grebe
Hauptstraße 75
57482 Wenden
Telefon:02762/406-607
Telefax:02762/406 99-607
E-Mail:E-Mail schreiben

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