In der Gemeinde Wenden wachsen zwei Pflanzenarten, deren Beobachtung immer wieder für Aufregung sorgt.
Es ist zum einen der heimische Wiesen-Bärenklau und der eingewanderte Riesenbärenklau. Letzterer, auch als „Herkulesstaude“ bekannt, ist ein Neophyt, der ursprünglich aus dem Kaukasus stammt. Er hat sich aus Gärten und Parks verwildert und steht heute auf der Liste der invasiven Pflanzen der EU.
Neben der Herkulesstaude gibt es allerdings noch zahlreiche andere Pflanzenarten, die in unseren Breiten nicht heimisch sind und sich mittlerweile zunehmend verbreiten. Dabei besteht die Gefahr, dass heimische Pflanzen verdrängt werden.
Die Hintergründe und Zusammenhänge in der Neophyten-Thematik bildet ab dem 13. April die Ausstellung „Neue Wilde“ des „Verbandes botanischer Gärten“ im Wendener Rathaus ab.
Neben Wissenswertem über die Verbreitungswege, Bedeutung oder Bekämpfungs-strategien werden anhand von neun Pflanzensteckbriefen Eigenschaften und Informationen über die Bedeutung in den Herkunftsländern aufgezeigt. Die Ausstellung bietet eine wissenschaftlich fundierte, zugleich aber allgemein verständliche Einführung in das Thema. Anhand von Infografiken und Beispielen aus der Region werden sowohl die Risiken als auch die potenziellen Chancen neuer Pflanzenarten dargestellt.
„Neue Wilde“ zeigt die in unserer Heimat bereits verbreiteten Neophyten, bei denen auch leicht Verwechslungsgefahr zu den bei uns heimischen Arten bestehen kann. „Mit dieser Ausstellung möchten wir nicht nur informieren, sondern auch zum Dialog anregen“, so Alexandra Preuß-Ochel, „denn der Schutz unserer Ökosysteme gelingt nur, wenn Wissenschaft, Politik und Gesellschaft an einem Strang ziehen.“
Die Ausstellung richte sich an alle Altersgruppen – von Schulklassen über Gartenbesitzer bis hin zu Naturschutzverbänden und ist während der Öffnungszeiten des Rathauses Wenden kostenfrei bis zum 8. Mai zugänglich.