Anhaltende Trockenheit

Europa erlebt zunehmend längere Hitze- und Trockenperioden. Ausgetrocknete Felder, sinkende Flusspegel und trockene Wälder sind längst keine Ausnahme mehr. Auch in Deutschland werden immer häufiger neue Hitzerekorde verzeichnet. Durch den Klimawandel steigen die durchschnittlichen Lufttemperaturen kontinuierlich an, wodurch sich langanhaltende, stationäre Wetterlagen zunehmend etablieren. Die Folge sind längere Trockenphasen und sinkende Wasserstände in Flüssen und Bächen.

Kurze Niederschlagsereignisse reichen dabei meist nicht aus, um die ausgetrockneten Böden nachhaltig zu durchfeuchten. Ein großer Teil des Niederschlags wird unmittelbar von der Vegetation aufgenommen oder verdunstet wieder. Dadurch gelangt nur wenig Wasser in Bäche, Flüsse und das Grundwasser, sodass sich die Wasserstände vieler Gewässer nur langsam erholen.

Gewässer erfüllen eine Vielzahl wichtiger Funktionen. Sie dienen nicht nur als Trinkwasserreservoir für den Menschen, sondern sind zugleich wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Sinkende Wasserstände führen dazu, dass sich Fische und andere Wasserlebewesen auf immer kleinere Rückzugsräume konzentrieren müssen. Gleichzeitig erwärmt sich das verbleibende Wasser schneller, wodurch der Sauerstoffgehalt abnimmt und die Tiere zusätzlich unter Stress geraten. Wird organisches Material im Gewässer abgebaut, kann es zu Sauerstoffmangel kommen. Die verbliebenen Rückzugsräume entwickeln sich dann im schlimmsten Fall zu sogenannten Todeszonen, in denen viele Wasserorganismen nicht mehr überleben können.

Um den Wasserhaushalt sowie die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, sollte die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern insbesondere während Trockenperioden kritisch hinterfragt werden. Jeder zusätzliche Eingriff kann das empfindliche ökologische Gleichgewicht weiter beeinträchtigen und die natürliche Regenerationsfähigkeit der Gewässer einschränken.


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