Starkregenprävention

Starkregenereignisse treten in den letzten Jahren immer häufiger und intensiver auf und stellen auch für die Gemeinde Wenden eine wachsende Herausforderung dar. Innerhalb kürzester Zeit können große Wassermengen anfallen, die zu Überflutungen, Sachschäden und Gefahren für Menschen führen. Um über Risiken zu informieren, Vorsorge zu stärken und im Ereignisfall frühzeitig warnen zu können, stellt die Gemeinde hier grundlegende Informationen zum Thema Starkregen, zur Starkregengefahrenkarte sowie zum Starkregen-Frühwarnsystem „Großmicke“ bereit, das sich derzeit noch im Testbetrieb befindet.

Als Starkregen bezeichnet man sehr hohe Niederschlagsmengen, die innerhalb kurzer Zeit fallen. Solche Regenereignisse treten häufig plötzlich und nur lokal begrenzt auf und sind daher nur schwer vorherzusagen. Starkregen kann überall auftreten – auch fernab von Flüssen oder Seen – und führt oft innerhalb kurzer Zeit zu Überflutungen.

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen (z. B. Warnstufe „Orange“), wenn

  • mindestens 15 Liter Regen pro Quadratmeter in einer Stunde oder
  • mindestens 20 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden erwartet werden.

Dabei sind auch noch deutlich höhere Regenmengen möglich.

Bei Starkregen können Kanalisation, Böden und versiegelte Flächen das Wasser nicht mehr ausreichend aufnehmen. Das Regenwasser fließt dann häufig mit hoher Geschwindigkeit über Straßen, Wege und geneigte Flächen. Mulden und Senken füllen sich rasch mit Wasser, Bäche und Flüsse können innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen und umliegende Bereiche überfluten.

Die Folgen können erhebliche Schäden verursachen: Regenwasser und Schlamm können Wohn- und Gewerbegebäude, Verkehrswege und technische Infrastruktur beeinträchtigen. Besonders betroffen sind häufig Fahrzeuge, Möbel und Hausrat, aber auch die Gebäudesubstanz selbst kann Schaden nehmen. Solche Ereignisse können sich innerhalb kurzer Zeit wiederholen.

Die Starkregengefährdung für die Gemeinde Wenden wurde im Jahr 2025 mithilfe von Simulationsrechnungen untersucht. Die Berechnungen erfolgten durch das Ingenieurbüro Hydrotec aus Aachen. Ergänzend dazu hat die Universität Siegen für die Ortschaft Ottfingen detaillierte Berechnungen zu verschiedenen Starkregenereignissen durchgeführt.

Auf Grundlage dieser Untersuchungen wurde eine animierte Starkregengefahrenkarte erstellt. Sie zeigt anschaulich, in welchen Bereichen es bei einem außergewöhnlichen Starkregenereignis (50 mm Niederschlag pro Stunde, Dauer eine Stunde) zu Überflutungen kommen kann. Dargestellt werden dabei sowohl die zu erwartenden Wassertiefen als auch die Fließgeschwindigkeiten.

Über die Karte können Sie sich über die maximal möglichen Überflutungen informieren und den zeitlichen Verlauf der Überschwemmungen nach einem Starkregenereignis nachvollziehen. Durch einen Klick auf einen beliebigen Punkt in der Karte werden Ihnen die dort berechnete Wassertiefe und Fließgeschwindigkeit angezeigt.

Starkregenereignisse können überall auftreten und innerhalb kurzer Zeit zu stark ansteigenden Wasserständen und Überflutungen führen. An diesem Punkt setzt das Starkregen-Frühwarnsystem „Großmicke“ an, das sich derzeit noch im Testbetrieb befindet. Zwar lassen sich Überflutungen durch Starkregen nicht verhindern, durch frühzeitige Warnungen können jedoch deren Auswirkungen deutlich gemindert werden. Bürgerinnen und Bürger sowie Einsatzkräfte gewinnen dadurch wertvolle Zeit, um Schutzmaßnahmen einzuleiten und sich auf die Situation vorzubereiten.

Das Frühwarnsystem basiert auf der kontinuierlichen Messung von Wasserständen sowie der Erfassung von Niederschlagsmengen. Diese beiden voneinander unabhängigen Messgrößen ermöglichen eine gestaffelte Alarmierung, sowohl bei hohen Regenmengen als auch bei schnellen Veränderungen der Wasserstände.

Die Alarmierung erfolgt über E-Mail sowie über die in der Gemeinde Wenden genutzte App „Divera 24/7“. Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Wenden haben die Möglichkeit, sich für das Frühwarnsystem zu registrieren und bei entsprechenden Ereignissen ebenfalls Warnmeldungen zu erhalten. So können frühzeitig eigene Schutzmaßnahmen ergriffen werden, etwa das Umparken von Fahrzeugen, das Vorbereiten von Überflutungsschutz, das Entfernen von abschwemmbaren Materialien oder die Information von Nachbarinnen und Nachbarn.

Starkregen und urbane Sturzfluten lassen sich nicht verhindern – die Auswirkungen können jedoch deutlich reduziert werden. Grundstücks- und Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer sind nach dem Wasserhaushaltsgesetz zudem verpflichtet, im Rahmen des Zumutbaren selbst Vorsorge zu treffen. Mithilfe der Starkregengefahrenkarten können Sie einschätzen, wie die Situation in Ihrer unmittelbaren Umgebung aussehen kann.

Treffen Sie rechtzeitig Vorsorge – am besten lange bevor das nächste Unwetter eintritt.

Mögliche Maßnahmen zur Schadensvorsorge:

  1. Schließen Sie eine Versicherung gegen Elementarschäden ab.
  2. Installieren Sie elektrische Anlagen und Heizungsanlagen möglichst in höher gelegenen Räumen.
  3. Lagern Sie Wertgegenstände, wichtige Unterlagen sowie gefährliche Stoffe oder Chemikalien nicht in gefährdeten Räumen.
  4. Stellen Sie gelagerte Gegenstände im Keller erhöht auf (z. B. auf Regalen).
  5. Sichern Sie Heizöl- und Gastanks gegen Aufschwimmen.
  6. Schützen Sie Ihren Keller durch eine funktionierende Rückstausicherung vor Kanalrückstau und warten Sie diese regelmäßig. Weitere Informationen bietet die Verbraucherzentrale.
  7. Reinigen Sie Regenrinnen, Dachabläufe und Regenwassereinläufe regelmäßig.
  8. Halten Sie geeignete Hilfsmittel wie Sandsäcke, Schaltafeln, Tauchpumpen oder Nasssauger griffbereit.
  9. Dichten Sie Kellerfenster, Lichtschächte und Kellereingänge gegen eindringendes Wasser ab.
  10. Gestalten Sie das Gelände rund um Ihr Gebäude so, dass Niederschlagswasser vom Haus weggeführt wird. 
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